INTERKULTUR trauert um seinen Künstlerischen Ehrenpräsidenten, und einen der bedeutendsten Künstler der Gegenwart, den bekannten griechischen Komponisten Mikis Theodorakis. Er verstarb am 2. September 2021 im Alter von 96 Jahre in Athen, seiner griechischen Heimat.

Mikis Theodorakis komponierte mehr als 1000 Musikstücke, die die Tradition griechischer Folklore mit moderner Poesie verbinden, sowie eine Vielzahl von Werken für Orchester, darunter sieben Sinfonien. Neben seinen Liedern wurde er vor allem auch durch seine bahnbrechenden chorsinfonischen Werke Canto General (1982) (Text: Pablo Neruda) und das Oratorium „Axion Esti“ (1960) (Text: Nobelpreisgewinner Odysseas Elytis), berühmt, die unvergleichliche griechische Folklore mit den modernen Musikstilen der Zeit genial verbinden. Die Filmmusik zum oscarprämierten Film „Alexis Sorbas“ (1964) brachte ihm internationale Berühmtheit ein und prägte ein Generationen bewegendes Meisterwerk. Politisch in den progressiven griechischen Bewegungen und Kämpfen der Nachkriegsjahre verankert, wirkte er in den 1990er Jahren als Staatsminister seines Landes und wurde seinerzeit sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

2007 kam es nach einem persönlichen Treffen in seiner Residenz in Athen mit INTERKULTUR-Präsident Günter Titsch und der Ersten Vizepräsidentin Wang Qin zu einer engeren Zusammenarbeit mit INTERKULTUR. Unmittelbar im Anschluss an diesen Austausch bot Mikis Theodorakis an, die künstlerische und friedensstiftende Arbeit der chorolympischen Bewegung persönlich zu unterstützen und wurde infolgedessen zu einem der Künstlerischen Ehrenpräsidenten von INTERKULTUR, der World Choir Games und des World Choir Council ernannt.

Er zeigte sich über diese Auszeichnung hocherfreut und stand der Organisation seither unterstützend zur Seite:

„Ich nehme mit Begeisterung und Verantwortungsbewusstsein an, da ich mir um den Wirkungskreis und die Bedeutung dieser großen internationalen Organisation und um die Resonanz ihrer Aktivitäten bewusst bin. Sie hat ihr Engagement in den Dienst einer der verdienstvollsten Taten im Bereich der musikalischen Praxis und des menschlichen Daseins gestellt: Sie sorgt für die Verbreitung der Musik – und zwar in deren höchster, idealster Form –, sie vereint Menschen und Völker, und sie euphorisiert wie kaum etwas anderes unsere innere Welt.“

Im Laufe der Jahre kam es immer wieder zu gemeinsamen Treffen und Gesprächen zwischen INTERKULTUR und Theodorakis. Zuletzt spielte er bei der Gründung des Internationalen Chorwettbewerbs & Festival im griechischen Kalamata eine entscheidende Rolle. Sein Stück “Sto perijiali to krifo” wurde dort von allen teilnehmenden Chören mit Begeisterung gemeinsam gesungen. Mit Mikis Theodorakis verlieren Griechenland und die Weltkultur einen seiner größten Künstler der Gegenwart und nationalen Volkshelden. Das Team von INTERKULTUR und Präsident Günter Titsch sind in Gedanken bei seiner Familie und seinen Angehörigen und bleiben ihm auf ewig in Dankbarkeit für seine große Unterstützung der chorolympischen Bewegung verbunden. Sie sind stolz eine solche Persönlichkeit, die ihr Leben dem Kampf um Freiheit und Frieden gewidmet hatte, in ihren Reihen zu haben.